JACOB’S ROOM (Virginia Woolf)

Jacob Flanders wächst ohne Vater in Cornwall auf und erhält trotz begrenzter Mittel die Möglichkeit, in Cambridge zu studieren. Wie eine Skizze entwirft Virginia Woolf ihren Charakter, es dauert unendlich lange, sich dem Helden zu nähern. Die Konstruktion der Geschichte: Zu seiner Zeit eine moderne Herausforderung – diese Erzählung in einzelnen Filmeinstellungen. Wie eine Reihe von 10 Sekunden Videos, die mit kurzen Pausen nacheinander gezeigt werden. Auch heute braucht es ein Stück Durchhaltevermögen. Die besten Momente: Die Beschreibung von Jacob’s Griechenlandreise. Da sind wir am nächsten an ihm dran, da bricht er aus einer Enge, die ihn in England unterschwellig immer umgibt. — Jacob sieht gut aus, ist kantig und smart und einsilbig und attraktiv. Die Zeit in Cambridge erinnert im Motiv an viele andere College-Romane. Oft genug lässt sich der Text homoerotisch lesen. Die richtige Frau findet Jacob am Ende nicht – so viel sei verraten. Die letzte Seite ist von großer Traurigkeit und unerfüllter Liebe. Klassiker, der Konzentration verlangt, lohnt sich.

Interessant: Zeitgenössische Kritik im Guardian.

Erschienen am 27. Oktober 1922.

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