NUR DAS EINE FURCHTBARE – ANDREAS IST TOT (Andrej Seuss)

Ein wirklich erstaunliches Buch. 1929, in einem berühmten Pariser Künstlercafé. Hier begegnen sich der deutsche Dichter Albert Rausch und der junge Schweizer Maler Andreas Walser. Rausch nimmt den jungen Maler unter seine Fittiche. Eine Freundschaft zwischen den ungleichen Männern entsteht. Doch dann muss Rausch mit ansehen, wie das Schweizer Talent abrutscht – in der Kreis um Genet, und in die Drogen. Der Autor Andrej Seuss rekonstruiert das faszinierende Portrait einer spannungsgeladenen schwulen Freundschaft, die in einer Katastrophe endet. Über Andreas Walser ist fast nichts bekannt, Seuss Recherchen bedeuten also eine teilweise Wiederentdeckung. Dafür sei schon mal Dank. Ein sensibles, wertvolles und für die schwule Geschichtsschreibung wichtiges Zeugnis aus einer leidenschaftlichen, wilden, harten Zeit bevor die schweren braunen Wolken über Deutschland aufziehen. Absolut lesenswert.

Erschienen in der Schweizer edition clandestin im Herbst 2019. 132 Seiten, ISBN 978-3-907262-00-9.