BIS ANS ENDE DER MEERE (Lukas Hartmann)

Wer diesen Blog verfolgt, weiß: Die Berichte von Abenteurern kommen hier gut an. Cook und Co waren die letzten großen Entdecker fremder Welten und Kulturen. Cook als irdischer Picard sozusagen. Lukas Hartmann nimmt uns nun mit auf Cooks dritte Weltumseglung. Die britische Krone hatte den Auftrag erteilt, eine Nordwestpassage zu den Gewürzinseln zu finden. Das gelang Cook nicht – wegen des Packeises. Stattdessen verlor er während eines einigermaßen sinnlosen Kampfes auf Hawaii sein Leben. Wir nehmen an der Reise teil in Person von John Webber, der Expeditionsmaler, der am Ende auch zuständig war für die offizielle Illustration des Todeskampfs. Wir lernen einiges über die Politik in der Kunst – viel mehr aber über den schmutzigen, widrigen, faszinierenden, öden, stinkenden, zermürbenden, im Grund völlig wahnsinnigen Alltag an Bord eines für den Zweck einigen Schiffers, auf dem nicht nur über 100 Menschen arbeiten und leben sondern auch noch einiges Vieh. Wir treffen Ureinwohner, britische Lords und sehen die Landschaft mit den Augen eines aufmerksamen, neugierigen, sensiblen Malers und seiner Mitsegler. Stilistisch zuweilen etwas hölzern, jedoch schreckt das nicht weiter ab: Ein wunderbarer Urlaubs-Schmöker für Freunde des Meeres und der großartigen Entdeckungsreisen früherer Jahrhunderte. Von Anfang bis Ende faszinierend. 

Erschienen bei Diogenes am 1. August 2010. 496 schnell gelesene Seiten, ISBN 978-3-257-24024-5.