KLEE WYCK – DIE, DIE LACHT (Emily Carr)

Dieses Buch ist für jeden, der den kanadischen Westen besucht, der durch die Regenwälder an der Pazifikküste streift, der etwas verstehen will über die grandiosen Landschaften um Vancouver Island und ihre Bewohner. Wir sind Anfang des 20. Jahrhunderts – die Malerin, frühe Feministin, Autorin und einzigartige Person Emily Carr verbringt viel Zeit mit den Ureinwohnern – zu einer Zeit, als deren Kultur von christlichen Missionaren und der britisch-kanadischen Kolonisation final zerstört wurde. Sie besuchte verlassene Indianerdörfer, von Regen und Stürmen gezaust, um Totempfähle zu malen und dadurch für die Nachwelt zu bewahren. Die First Nations gaben ihr einen neuen Namen: Die unerschrockene Frau, die mit Zeichenbrett, Rucksack und einem kleinen Hund durch die Wälder streifte, nannten sie „Die, die lacht“, in ihrer Sprache: „Klee Wyck“. Ergreifende Reportagen, mit wenigen Strichen entstehen hier ganz lebendige, scharfe Skizzen, in klarer Sprache und mit offenem Herzen. Dieses Buch ist ein wundervolles Zeugnis dieser Zeit. Wer noch nicht auf Vancouver Island unterwegs war, wird hier Naturschilderungen finden, die die Wildnis ganz treffend beschreiben. Man muss dem Verlag Das kulturelle Gedächtnis danken, dass sie diese Reportagen nun endlich auch in deutscher Übersetzung zugänglich machen. Ein Lieblingsbuch – neu entdeckt.

Ausführlich und informiert besprochen vom Deutschlandfunk.

Erschienen im Mai 2020 im Verlag Das kulturelle Gedächtnis. 176 Seiten, ISBN: 978-3-946990-37-6.