BEKENNTNISSE EINER MASKE (Yukio Mishima)

Ein Buch von Yukio Mishima zu lesen ist wie ein Gespräch mit ihm zu führen. In großer Offenheit, Reflexion, und zuweilen mit schmerzhafter Präzision berichtet er über sein Aufwachsen in Japan zur Zeit des zweiten Weltkriegs: Ein junger Mann, der lange braucht, sich in seinen Gefühlen zurecht zu finden, das Verhältnis von Liebe, Freundschaft und Sex zu verstehen. Kochan wächst in einer Welt auf, in der Anderssein nicht vorgesehen ist. Seine Begierden aber unterscheiden sich ganz wesentlich von denen seiner Mitschüler und Studenten. Die Maske, die er sich aufsetzt um nicht aufzufallen, bedeutet zunächst Schutz – wird aber zu einer fast unerträglichen Belastung. Stilistisch ein Text von großer Klarheit, Gradlinigkeit, Eleganz – in einer sehr gut lesbaren Übersetzung aus dem Japanischen von Nora Bierich. Am Ende steht kein coming out, aber es ist natürlich alles klar und so muss dieses Buch, 1947 erschienen, in Japan eine Ungeheuerlichkeit gewesen sein. Auch über 70 Jahre später hat diese Schilderung ihre Aktualität nicht verloren. Ein beeindruckendes Gespräch, das man so schnell nicht vergisst. 

Erschienen am 13.11.2018 bei Kein & Aber, 224 Seiten, ISBN: 978-3-0369-5784-5. Hier gehts zur Verlags-Seite. Erstmals erschienen im Jahr 1949.

Und auch für dieses Buch gilt: Am besten, Ihr bestellt bei der Buchhandlung um die Ecke. Kurz anrufen, fertig. Das Buch liegt auf jeden Fall am nächsten Tag für Euch bereit! Genial: Ihr müsst nicht auf Zusteller warten wie bei amazon und vor allem: Ihr unterstützt Euren Kiez.